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Unsere Projekte


„Niederschwellige aufsuchende Traumafachberatung für von Gewalt betroffene Frauen ab 60 Jahren in Köln“

Seit dem 1.2.2021 bis 31.1.2024 werden wir von der Deutschen Fernsehlotterie mit dem Projekt der Aufsuchenden Beratung gefördert. Dazu konnte Paula e.V. zwei Frauen einstellen, die sich eine Vollzeitstelle teilen. So können wir nun auch Frauen erreichen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in die Beratungsstelle zu einer persönlichen Beratung kommen können. Dies kann bei den Frauen zu Hause oder an einem „neutralen“ Ort sein. Darüber hinaus sind auch aufsuchende Beratungen in einer Einrichtung, in der sie vorübergehend oder dauerhaft leben, wie z.B. in einem Krankenhaus, Hospiz, Gerontopsychiatrie oder einer Altenpflegeeinrichtung möglich. Ebenso können sich Angehörige und Mitarbeitende der Gesundheits-, Pflege- und Beratungsberufe an uns wenden.

Mit diesem Projekt ist Paula e.V. in Kooperation mit der feministischen Frauenrechts- und Hilfssorganisation medica mondiale e.V., Köln. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird medica mondiale ihre Expertise zu transgenerationaler Traumatisierung einbringen. Geplant sind neben fachlichem Austausch auch praktische Handreichungen für Angehörige und Mitarbeitende im Gesundheitswesen sowie die Entwicklung eines Videos zum Thema der transgenerationalen Traumatisierung.  

Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken

Digitale Information und Beratung – traumasensibel und gendergerecht

Die Stiftung Wohlfahrtspflege hat aufgrund der Einschränkungen in der Beratungs- und Unterstützungslandschaft durch die Corona-Pandemie ein Sonderprogramm für Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege in NRW aufgelegt. Dies wurde in Zusammenarbeit mit dem Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich erarbeitet. Hier hieß es, dass zielgruppenbezogene Aktivitäten von Einrichtungen und Diensten zur nachhaltigen Sicherung der Arbeit mit den Zielgruppen mittels Digitalisierung führen sollen. Um die Zielgruppen auch in Zeiten von Kontakteinschränkungen adäquat zu erreichen, sie zu beraten und zu betreuen, aber auch ihre selbstaktivierenden Kräfte zu stärken, gehören z.B. auch die Anpassung und Ausweitung der Beratungs- und Begleitungsangebote (digitale Sport- und Bewegungsangebote) dazu. Hierzu konnte Paula e.V. einen Projektantrag einreichen, um Frauen ab 60 und ihre Angehörigen, Fachpersonal etc. auch digital unterstützen zu können. Dieser Antrag wurde bewilligt mit der Finanzierung von Sach- und Honorarkosten und einer 50%igen Personalstelle für das Jahr 2021.

Im Rahmen des Vorhabens wurde und wird daher eine digitale Kommunikationsstrategie entwickelt und umgesetzt. Die Internetpräsenz wurde und wird in diesem Zusammenhang barrierefrei umgestaltet. Aspekte wie die Verwendung von leichter Sprache, einfache Menüführung etc. werden dabei berücksichtigt, um insbesondere der Zielgruppe der älteren Frauen einen niedrigschwelligen Zugang zum Angebot von Paula e.V. zu ermöglichen. Außerdem wird der Verein auch im Bereich Social Media (zunächst Facebook) präsent sein, um Zugangswege zu Fachkräften aus der Pflege und Beratung zu öffnen. Im Rahmen dieser Kommunikationsstrategie wird es darauf ankommen, traumasensible Aspekte (Sicherheit und Vertrauen) durch die Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit zu berücksichtigen.
Darüber hinaus wurde und wird die vorhandene Internetpräsenz um konkrete, niedrigschwellige Hilfs- und Beratungsangebote erweitert. Es können Videos und Audiodateien zum Umgang mit Gewalterfahrungen abgerufen werden, die in Krisensituationen konkrete Hilfestellung geben können. Darüber hinaus werden auch videogestützte Beratungen für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte angeboten. Dieses Angebot wird unabhängig von der Corona-Krise am Markt etabliert, um auch weniger mobilen / pflegebedürftigen Menschen den Zugang zum Angebot von Paula e. V. zu ermöglichen.

Zukunft Geriatrie – vernetzt und digital

Von Dezember 2020 bis November 2022 ist Paula e.V. Projektpartner in dem vom Land NRW und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geförderten Projektes. Im Rahmen des Modellprojektes sollen Instrumente und Strukturen zur Steigerung der Versorgungsqualität geriatrischer Patientinnen und Patienten entwickelt und modellhaft erprobt werden. Dies soll erreicht werden durch eine bessere krankenhaus- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit und die Sicherstellung eines breiten Wissens- und Know-how-Transfers zwischen den Einrichtungen unter Beteiligung möglichst vieler Beschäftigter. Hierdurch soll auch die prä- und poststationäre Behandlungskoordination verbessert werden. Dabei sollen in allen Phasen des Projektes die genderspezifischen Bedarfe aller beteiligten Akteurinnen und Akteure in den Blick genommen werden.

Den Kern des Projektes bildet der Aufbau einer strukturierten und unternehmensübergreifend angelegten Organisationsentwicklung. Begleitet wird diese Organisationsentwicklung durch den Aufbau eines digitalen Wissensmanagements verbunden mit einem Personalentwicklungskonzept, das Fachkräfte in die Lage versetzt, ihr Wissen für den Einsatz in digitalen Medien (Psychoedukation, Angehörigeninformation, Schulung von Fachkräften) aufzubereiten und sich entsprechend in diesen Medien zu präsentieren (Videotraining, Rhetorik, Methodik und Didaktik). Das Projekt wird dadurch dazu beitragen, die Akzeptanz digitaler Unterstützung im Gesundheits- und Pflegebereich erhöhen, um die anstehen-den komplexen Veränderungsprozesse hin zum Arbeiten 4.0 bewältigen zu können.

Im Rahmen des Projektes ist Paula e. V. für die Begleitung der Projektbeteiligten im Rahmen des inhaltlichen Themas „Umgang mit geriatrischen Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen“ verantwortlich. Zu diesem Themenkomplex berät und begleitet Paula e. V. sowohl den geriatrischen Lenkungskreis sowie das zuständige Laborteam bei der Entwicklung entsprechender Qualitätskriterien, Dokumente und Prozesse. Darüber hinaus unterstützt Paula e. V. die geriatrischen Expertinnen und Experten bei der Erstellung digital gestützter Informationen und Lernmedien zu dem genannten Themenkomplex. Im Fokus des Themas steht dabei insbesondere die Identifikation und Stärkung von Ressourcen bei den geriatrischen Patientinnen und Patienten. https://www.zukunft-geriatrie.de

Zielgruppen im Quartier

Von März 2017 bis August 2019 war Paula e. V. in das vom Gesundheitsministerium NRW geförderte Projekt „Zielgruppen im Quartier – Modellhafte Umsetzungen kultursensibler, gendergerechter, inklusiver und traumasensibler Quartierskonzepte für eine zielgruppenadäquate Versorgung älterer Menschen“ eingebunden. Im Rahmen dieses Projektes wurden gemeinsam mit potentiellen Kund*innen und Anbieter*innen von Pflegedienstleistungen, aber auch mit der privaten und der gemeinnützigen Bauwirtschaft (dabei u.a. für Wohnungsbaugenossenschaften, die sich im Bereich Betreuter Wohnanlagen engagieren) und gemeinsam mit lokalen im Quartier ansässigen Einrichtungen, Vereinen, Verbänden und Organisationen neue gender- und behindertengerechte, traumasensible und kulturell angepasste Dienstleistungen sowie Wohn- und Betreuungseinrichtungen konzipiert, die die Spezifika der einzelnen Sozialräume in den Fokus nehmen. Neben der Bedarfserfassung und konzeptionellen Umsetzungsvorbereitung der baulichen Maßnahmen besteht ein zweiter wesentlicher Projektinhalt in der zielgruppenadäquaten (Weiter-) Entwicklung von neuen gender- und behindertengerechten, traumasensiblen und kulturell angepassten Dienstleistungs-Angeboten für ältere Menschen in den beteiligten Quartieren. Siehe auch: http://www.zielgruppen-im-quartier.de/das-projekt.html

Bedarfe alter traumatisierter Männer

Verbesserung der Situation älterer und hochaltriger Männer
Seit 2016 beschäftigt sich Paula e.V. auch mit der Verbesserung der Situation traumatisierter alter und hochaltriger Männer. Im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen hat Paula e. V. von Juli – Dezember 2016 eine wissenschaftliche Studie zur Erhebung der Bedarfe traumatisierter älterer bis hochaltriger Männer sowie zur Erfassung von bestehenden Angeboten im Land NRW zu traumasensibler Beratung und Unterstützung durchgeführt. Die Studie wurde vom Gesundheitsministerium NRW veröffentlicht und können Sie dort oder hier Studie Bedarfe traumatisierter Männer in NRW herunterladen.

Unterstützung für Frauen ab 60 

Von 2013 bis 2015 führte Paula e. V. das vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) geförderte Projekt „Bedarfsgerechte Unterstützung für von Gewalt betroffene oder traumatisierte ältere bis hochaltrige Frauen in Form von Konzeptentwicklung für traumasensible Begleitung, Beratung, Pflege und Therapie“ durch. Im Rahmen des Projektes wurden Fort-, Aus- und Weiterbildungskonzepte für BeraterInnen, BegleiterInnen, BeraterInnen aus der Hospiz- und Demenzarbeit, Psycho- und Somatische TherapeutInnen und für Pflegende aus Alten- und Gesundheitshilfe entwickelt und modellhaft erprobt. Das Augenmerk lag darauf, die adäquate Unterstützung von älteren Frauen mit all ihren vielfältigen kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründen und Identitäten gezielt zu entwickeln und zu begünstigen, z.B. für Frauen mit Migrations-, Flucht- oder Verfolgungshintergrund, lesbische und bisexuelle Frauen, Transsexuelle und Transgender. Erarbeitet wurden die Ergebnisse von einem Qualitätszirkel, der mit den verschiedenen Professionen aus den Bereichen Psychologie (Psychotraumatologie, Traumatherapie), Pflegepraxis sowie Bildungsmanagement besetzt war.
Die Projektergebnisse wurden in unserem Handbuch, das im Januar 2016 erschienen ist, veröffentlicht.

Auch können bei Paula e.V. die entwickelten Konzepte und  Fortbildungen zur traumasensiblen Begleitung, Beratung, Pflege und Therapie angefragt werden. Ziel des Projektes war es, die Lebenssituation von Frauen über 60 Jahren, die Traumata und Gewalt erlebten oder aktuell erleben, durch traumasensible bedarfsgerechte Unterstützung zu verbessern und so ein möglichst selbstbestimmtes, aktives und würdevolles Leben der älteren bis hochaltrigen Frauen zu fördern. Dazu wurden geeignete Fort-, Aus- und Weiterbildungskonzepte für Berater*innen, Begleiter*innen, Berater*innen aus der Hospiz- und Demenzarbeit, Psycho- und Somatische Therapeut*innen und für Pflegende aus Alten- und Gesundheitshilfe entwickelt. Im Fokus stand die Verbesserung der Pflege und Betreuung in Pflegeeinrichtungen.
Kooperationspartner des Vorhabens war das Norbert Burger Seniorenzentrum des ASB Köln in Köln-Mülheim. Modellhaft wurden im Rahmen des Projektes unterstützende Konzepte erprobt, sie sind die Basis für die Entwicklung von Qualitätsstandards und Handlungsleitfäden für Pflegeeinrichtungen, um traumasensible Pflege, Betreuung und Beratung zu implementieren. Neu ist für Fachkräfte im Altenhilfebereich der Blick auf alte bis hochaltrige Frauen mit Migrationshintergrund und daraus resultierende Traumatisierungen sowie die Thematisierung von Traumatisierungen und demenziellen Erkrankungen.

Hier können Sie die Broschüre mit den Projektergebnissen herunterladen.

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen des Projektaufrufes „Altersgerechte Versorgungsmodelle, Produkte und Dienstleistungen“ des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) und der EU. 

Das Projekt war dem Schwerpunkt des Aufrufs „Geschlechtergerechte und kultursensible Unterstützung gesundheitlicher und pflegerischer Versorgung im Alter“ zugeordnet.

Weitere Informationen zum Projektträger ETN/Forschungszentrum Jülich finde Sie hier >>

Weitere Informationen zum Kooperationspartner finden Sie hier >>